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Informationen zum Baustoff Lehm Der Baustoff Lehm Lehm ist feuchtempfindlich und muss vor starkem Regen geschützt werden. Leider zeigt sich der Lehm in der Öffentlichkeit meist von seiner schlechtesten Seite, nämlich dann, wenn alle schützenden Schichten darüber schon verrottet sind. Wie bei jedem anderen Baustoff kann man auch beim Bauen mit Lehm nur gute Ergebnisse erzielen, wenn man seine Vor- und Nachteile, seine Materialeigenschaften genau kennt. Raumklima Wärmestrahlung "Im Sommer kühl und im Winter warm" - so beschreiben die meisten Bewohner ihre Lehmhäuser und viele führen dies fälschlich auf die guten Wärmeeigenschaften von Lehmwänden zurück. "Von der Sonne erhitzte Lehmwände können ihre Eigenwärme nur schlecht abstrahlen und reflektierende Außenwände erscheinen selbst bei kühler Raumluft im Winter warm" , was auf schlechte Strahlungsaufnahme und -abgabe zurückzuführen ist und physikalisch mit der Strahlungszahl beschrieben wird. Der" Ideale schwarze Körper", der Wärme gut aufnimmt und Eigenwärme optimal abstrahlt, hat eine Strahlungszahl von 5 [W/m2hK4], ein total reflektierender Stoff 0. Die üblichen Baustoffe liegen mit einer Strahlungszahl von 4,6 in der Nähe des "Idealen Schwarzen Körpers" und Lehm mit 1,85 [W/m2hK4] in der Nähe eines total reflektierenden Baustoffs. "Das Verhalten des Lehm gegenüber Wärmestrahlung ist eine seiner hervorragenden Eigenschaften." (LASA - Praxishilfe Nr.5) Vorteile: Baubiologie, ökologisches Bauen Lehm ist örtlich verfügbar, wiederverwendbar, energie- und ressourcenschonend, hat angenehme Oberflächentemperaturen, setzt keine Schadstoffe frei, reguliert die Luftfeuchtigkeit, bietet Schallschutz und die allergene Belastung ist gering. Schonung der Ressourcen Bei Verarbeitung und Transport wird für Lehm nur sehr wenig Energie verbraucht (5 -10 Prozent der Energie für gebrannte Ziegel oder Beton), da er unweit der Baustelle oder sogar als Baustellenaushub gewonnen wird und bei der Verarbeitung Energie nur für Maschineneinsatz und eventuell bei Vorfertigung für die Trocknung verbraucht wird. Lehm ist fast an allen Orten der Welt vorhanden, das Baumaterial aus Abriss kann problemlos wieder verwendet werden. Lehm ist ein Baustoff mit einer Recyclingrate von 100 Prozent. Verarbeitung Lehm greift im Gegensatz zu Kalk und Zement nicht die Haut an. Bei feuchter Verarbeitung ist die Staubbelastung sehr gering. Bei fachgerechter Anleitung ist ein hohes Maß von Eigenleistung und nachbarlicher Hilfe möglich. Dauerhaftigkeit Bei richtiger Verarbeitung haben Lehmbauten eine Lebensdauer von Jahrhunderten. Lehm altert bei guter Pflege in Würde. Raumklima Lehm ist sehr schallschluckend, speichert die Wärme und hat eine warm Oberfläche. Durch die ausgezeichnete Wasserdampfaufnahme und -abgabefähigkeit liegt die relative Raumluftfeuchtigkeit in einem sehr angenehmen Bereich. Holzschutz Wegen seiner geringeren Gleichgewichtsfeuchte als Holz hält der Lehm Holz, das er umschließt, trocken und schützt es vor Insektenbefall. Wärmedämmung Bei großem Zusatz anderer natürlicher Baustoffe, wie Stroh, Bims oder Holzschnitzel, kann bei einer akzeptablen Wanddicke von ca. 40 cm den Anforderungen der Wärmeschutzverordnung entsprochen werden, ohne die Vorteile eines homogenen Wandaufbaus aufzugeben. (LASA - Praxishilfe Nr.5) Nachteile: Schwinden Durch die Wasserabgabe beim Trocknen verringert der Lehm sein Volumen, er schwindet je nach Tonmineral, Ton- und Wassergehalt um 3 - 7 Prozent. Wenn Verflüssigungsmittel, wie Soda oder eiweißhaltige Flüssigkeiten, in geringem Maße zugegeben werden, braucht man weniger Wasser und Lehm schwindet deutlich weniger. Putze dürfen erst nach dem Austrocknen auf Lehm aufgebracht werden. Bei Leichtlehmen wird das Schwinden oder besser gesagt das Sacken durch den Zuschlagstoff bestimmt. Strohleichtlehm sackt stark, Holzleichtlehm schwach, Mineralleichtlehm (Zuschlag: Blähton, Bims, u.a.) so gut wie nicht. Quellen Lehm passt sich an die Umgebungsfeuchtigkeit an und nimmt in Feuchtperioden Wasser auf. Die Volumenänderungen sind zwar gering, aber es ist darauf zu achten, dass verbundene Baustoffe, wie Kalkputze, weich genug sind, um diese "Arbeiten" mitzumachen. Kombinationen mit starreren Baustoffen sollen vermieden werden. Verbundmauern, außen aus gebrannten Ziegeln, innen aus Lehmsteinen, wurden deshalb früher mit sehr weichem Kalk- oder mit Lehmmörtel gemauert. Feuchteempfindlichkeit Länger andauernde Feuchtigkeit vermindert die Festigkeit und führt zur Verwitterung. Lehm muss gegen aufsteigende Feuchtigkeit und Regen durch Dachüberstände, durch sorgfältig ausgeführte Horizontalsperren und Außenputz oder Holzschalung geschützt werden. Frostempfindlichkeit Wasser in feuchtem Lehm führt zu Frostabsprengungen. Wegen der Trockenzeiten ist die Bauzeit der Nasslehmverfahren auf April bis Ende September beschränkt. (LASA- Praxishilfe Nr.5) |
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